Verfasst von: sarahdomrep | 5. Oktober 2009

Santiago, Santiago…

Hola Amigas y Amigos :)
Nach 2 Wochen Abenteuer Dominikanische Republik ist es Zeit fuer einen zweiten Artikel auf meinem Blog :)
2 Wochen bin ich jetzt mittlerweile schon hier und in der Zeit ist so einiges passiert: Ich habe auf Arbeit angefangen, ganz viel Spanisch gelernt, die Stadt ein bisschen erkundet, neue Leute, das Santiagoer Nachtleben sowie die landestypische Kueche in all ihren Vorzuegen kennengelernt und vorallem einen ersten Einblick in die dominikanische Kultur gewonnen.
Aber erstmal eins nach dem anderen:
Letzte Woche Montag war also mein erster Arbeitstag auf der Escuela de Educacion Especial, eine Schule fuer behinderte Kinder der Asociacion Dominicana de Rehabilitacion. Ich fahre immer mit meiner Gastmutter auf Arbeit. Sie ist Direktorin der Escuela und immer sehr beschaeftigt ;)
Pro Tag kommen 2 Gruppe von ca. 50 Kindern im Alter von 3 bis 16 Jahren: Die erste Gruppe von 8 bis 12 Uhr, die zweite von 13 bis 16 Uhr. Sie werden dann entsprechend ihrer Altersstufe und dem Grad ihrer Behinderung in Klassen unterrichtet bzw betreut. Bevor der Unterricht beginnt, wird aber erstmal vor der Schule die dominikanische Flagge gehisst und die Nationalhyme gesungen. Diese Prozedur findet also taeglich zwei mal statt.
Als Dominikaner hat man eben Nationalstolz!
Bis jetzt bin ich immer in eine der Klassen gegangen, meistens in die, der chiquititos (der Kleinsten) und habe die maestras, die Lehrerinnen, bei ihrer Arbeit beobachtet und unterstuetzt. Learning by doing ist also die Devise :)
Letzten Freitag durfte ich den ganzen Tag den Musiklehrer, Eddy in seinem Unterricht begleiten. Das hat mir wirklich sehr viel Spass gemacht, obwohl der Musikunterricht an sich natuerlich in keinster Weise mit dem in Deutschland zu vergleichen ist. Eddy war erstmal sehr geschockt, dass ich die Notennamen wusste…das fand er sehr intelligent, naja :D
Er bringt seinen Schuelern die Notennamen mit Farben bei. C ist also gruen, D rot, usw. Dies ist aber schon ziemlich schwierig fuer die Kleinen.
Ich habe mir fuer die naechsten Wochen vorgenommen, den Kindern kleine Rhythmusinstrumente zu basteln. Bastelvorschlaege gerne an mich :)
Ausserdem darf ich mir mit einigen Schuelern meine eigene kleine Tanzgruppe aufbauen, oder gimnasia ritmica, wie meine Gastmutter immer sagt. Darauf freue ich mich sehr.
Das Ziel in meinem Projekt ist also, dass ich meine eigene kleine Nische finde, um die Schule vielseitiger zu gestalten.
Die Lehrerinnen und Lehrer auf Arbeit, und alle anderen, die immer da sind, deren Funktion ich noch nicht hundertprozentig verstanden habe, sind unheimlich nett und bringen mir immer neue Woerter bei.
So ist das Thema der Mittagspause, die jeden Tag von 12 bis 13 Uhr ist, mir alle Woerter rund ums Essen beizubringen. Am naechsten Tag werden die erworbenen Vokabeln dann ueberprueft.
Wo wir auch schon beim Essen waeren: Traditionell gibt es zum Mittag immer Reis mit Bohnen und irgendeiner Fleischsorte, meist aber pollo, Huehnchen. Als Beilage gibt es entweder Salat, Avocado, Yuca oder plataos fritos, fritierte (reife, gelbe) Kochbananen, was unheimlich lecker ist. Kochbananen gibt es sowieso ziemlich oft. Beispielsweise als Art Brei, der aus puerrierten, gruenen Kochbananen, die vorher gekocht werden, besteht. Gegen den kleinen Hunger zwischendurch gibt es an jeder Ecke der Stadt irgendwas zu kaufen: alle erdenklichen Fruechte, empanadas (fritierte Teigtaschen mit allem moeglichen Sachen gefuellt – unheimlich lecker!), bolas de yuca (auch fritierte Teigtaschen, die mit Yuca und Kaese gefuellt sind). Es gibt noch so einiges mehr, aber soviel konnte ich gar nicht probieren :)
Mein absoluter Favorit an Leckereien ist Yogen Fruz: Man sucht sich ein bestimmte Anzahl an Fruechten sowie eine Joghurtsorte aus. Alles ist gefroren und wird dann zusammen durch eine Art Presse gedrueckt. Am Ende hat man dann eiskalten Joghurt aus frischen Fruechten, wie Eis, nur ein bisschen gesuender ;) Im Allgemeinen mag der Dominikaner es muy dulce, sehr suess! Die Marmelade hier ist der einzige Zuckersirup. Ich weiss, was ich im naechsten Jahr vermissen werde ;) Mama, deine selbstgemachte leckere Marmelade auf einem frischen Broetchen..mmmhhhh!
Das dominikanische Feeling hier in der Stadt mag ich kaum in Worte fassen, weil es einfach unbeschreiblich ist. Aus jeder Ecke hoert man die typischen Klaenge von Merengue, Bachata, Salsa und Reggaeton, an unserem Haus fahren in aller Regelmaessigkeit Transporter vorbei, die mit riesigen Soundanlagen die Strasse mit dieser Musik beschallen, sodass die Waende vom Bass zittern, vorallem im Zentrum von Santiago sieht man bunt bemalte Haeuser… irgendwie scheint hier an manchen Stellen die Zeit stehengeblieben zu sein.
Gleich gegenueber von meinem Haus ist ein kleiner Colmado, ein Laden, in dem man so ziemlich alles findet. Ich werde bald ein Foto von ihm machen, weil er wirklich unglaublich dominikanisch ist.
Gestern Abend musste ich mit einem Freund meiner Gastmutter hier im Wohnzimmer, angefeuert von der besten Freundin meiner Gastmutter, Dennyz, einer Puertoricanerin Merenguetanzen lernen…Das ging nach einer Flasche Presidente, dem dominikanischen Bier, auf das alle stolz sind und welches auch wirklcih nicht so schlecht schmeckt, gar nicht so schlecht…learning by doing halt :D


Antworten

  1. Hola chica :)
    schön, dass du dich auch schön einleben kannst :)

    Hoffe wir sehn uns bald mal hier in der DomRep,
    Fionn


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